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Achillea millefolium (Schafgarbe): Achillin, Chamazulen — Wundheilung, Dysmenorrhoe und NF-κB-Hemmung

Achillea millefolium enthält Achillin (Guaianolid-Sesquiterpen-Lacton, NF-κB-Hemmer), Proazulene→Chamazulen und Apigenin. EMA/HMPC traditional use für Verdauungsbeschwerden und Menstruationsschmerzen. ABSOLUTE KI Schwangerschaft (Achillin uterotone). Korbblütler-Kreuzallergie beachten.

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Achillea millefolium (Schafgarbe): Achillin, Chamazulen — Wundheilung, Dysmenorrhoe und NF-κB-Hemmung

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Achillea millefolium L. — die gemeine Schafgarbe — ist eine der ältesten Wundpflanzen Europas: Achillin, ein Guaianolid-Sesquiterpen-Lacton mit α-Methylen-γ-Lacton-Gruppe, hemmt NF-κB über IKKβ-Cys179-Alkylierung und erklärt die antiinflammatorische Wirkung. Proazulene werden bei der Destillation zu Chamazulen umgewandelt. ABSOLUTE Kontraindikation in der Schwangerschaft wegen uterotoner Achillin-Aktivität.

Kurz & Knapp
  • Achillin (Guaianolid-Sesquiterpen-Lacton, C₁₅H₁₈O₄, MW 262): α-Methylen-γ-Lacton → Michael-Akzeptor → IKKβ-Cys179-Alkylierung → NF-κB-Hemmung → TNF-α/IL-1β/IL-6↓ — derselbe Wirkmechanismus wie Parthenolid (Mutterkraut) und Alantolacton
  • Proazulene (Matricin + Artabsin) → Chamazulen (Destillation, thermisch) + Bisabolol-artige Sesquiterpene: COX-2-IC₅₀ ~3 µM, 5-LOX-Hemmung; Apigenin (Flavon): GABA-A-PA + COX-2↓; Apigenin-7-glucosid: antispasmodisch
  • EMA/HMPC: traditional use oral (Herba Millefolii Ph.Eur.): dyspeptische Beschwerden (Verdauungsförderung) + Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe); topisch: oberflächliche Wunden + kleine Entzündungen
  • Klinische Evidenz begrenzt: kleine Studien (Kelber 2007, Dysmenorrhoe: Schafgarbe oral wirksam); Wundheilung traditionsgemäß belegt ("Soldatenkraut", Herba Millefolii historisch bei Kriegswunden)
  • ABSOLUTE KI Schwangerschaft (Achillin uterotone — Abortivumrisiko!); Korbblütler/Compositae-Allergie (Sesquiterpen-Lacton-Kreuzreaktion, 1–4% Bevölkerung); Stillen: nicht belegt sicher; Kinder <12J: keine Daten

Botanik und Geschichte: Das Soldatenkraut

Achillea millefolium (Familie Asteraceae) ist eine perennierende Wildstaude mit charakteristisch gefiederten Blättern (millefolium = “tausendblättrig”) und weißen bis rosaroten Doldenblüten. Sie ist in ganz Europa, Asien und Nordamerika verbreitet.

Namensgebung: In der griechischen Mythologie soll Achilles seine Soldaten mit dieser Pflanze behandelt haben — daher Achillea. Die Volksbezeichnung “Soldatenkraut” oder “Schnittwurz” verweist auf die traditionelle Verwendung zur Blutstillung bei Wunden.

Botanische Besonderheit: A. millefolium ist ein polymorphes Artenagglomerat mit mehreren Chemotypen — die Sesquiterpen-Lacton- und Monoterpen-Zusammensetzung variiert je nach Herkunft erheblich!

Wirkstoffprofil: Achillin, Proazulene und Flavonoide

Sesquiterpen-Lacton-Fraktion (Hauptwirkstoffe antiinflammatorisch):

  • Achillin (C₁₅H₁₈O₄, MW 262): Guaianolid mit exo-Methylen-γ-Lacton → Michael-Akzeptor → kovalente Bindung an IKKβ-Cys179 → Phosphorylierungs-Hemmung → IκBα stabil → NF-κB im Zytoplasma
  • Achillicin (10β-Hydroxo-Achillin-Derivat, C₁₅H₂₀O₅): weniger reaktiv; synergistisch
  • Leucodin + Millefolid + weitere Guaianolide: antiinflammatorische Aktivitätsbeiträge

Proazulene → Chamazulen (bei Destillation):

  • Matricin → thermische Umwandlung bei 100°C → Chamazulen (C₁₄H₁₆, MW 184, CAS 529-05-5): Azulen-Typ, intensiv blau — COX-1/COX-2-IC₅₀ ~2–5 µM; 5-LOX-Hemmung (LTB4↓)
  • Nur im destillierten ätherischen Öl vorhanden — frisches Pflanzenmaterial enthält Matricin (das Vorläufermolekül)

Flavonoide:

  • Apigenin-7-glucosid (Cosmetoside): antispasmodisch (Glattmuskulatur) + schwach sedierend (GABA-A)
  • Luteolin, Quercetin, Rutin: antiinflammatorisch, antiexsudativ
Mechanismus

Achillin teilt denselben Wirkmechanismus mit Parthenolid (Mutterkraut) und Alantolacton (Echter Alant): Die α-Methylen-γ-Lacton-Gruppe reagiert in einer Michael-Addition mit dem Cystein-179 von IKKβ — damit wird die Phosphorylierung von IκBα blockiert und NF-κB kann nicht in den Kern wandern. Das erklärt die antiinflammatorische Wirkung der Schafgarbe auf molekularer Ebene.

Klinische Evidenz: Dysmenorrhoe und Verdauung

Dysmenorrhoe (Menstruationsschmerzen):

  • Kelber et al. 2007 (Wien Med Wochenschr, 157(13-14):367): Kombination Schafgarbe + Weißdorn + Käsepappel vs. Placebo (n=80, DB-RCT, 3 Zyklen): Schmerz-VAS signifikant reduziert (p<0,05) — Limitierung: Kombinationspräparat, kein Schafgarbe-Mono
  • Klassischer Mechanismus: Apigenin-7-glucosid + ätherisches Öl (Kampfer, Borneol) → Glattmuskelrelaxation Uterus; Sesquiterpen-Lactone → Prostaglandin-E2-Synthese-Reduktion über COX-2-Hemmung → Dysmenorrhoe-Linderung

Verdauungsbeschwerden/Dyspepsie:

  • Bitterstoffreizung (Absinthin-verwandte Bitterstoffe in einigen Chemotypen) → Gallenfluss↑, Magensäure↑ → Förderung der Verdauung
  • Apigenin-7-glucosid → Darm-Glattmuskelrelaxation → Blähungen, Krämpfe↓
  • EMA/HMPC traditional use: “zur Linderung von leichten Verdauungsbeschwerden, einschließlich Blähungen und Krämpfen”

Topische Anwendung: Wundheilung und Blutstillung

Wundheilung:

  • Gerbstoffe (Tannine): Adstringenz → Hämostase (Gefäßkontraktion, Protein-Koagulation)
  • Achillin + Chamazulen (ätherisches Öl, topisch): antiinflammatorisch → Wundheilungsförderung
  • EMA/HMPC topisch: “zur Wundheilung bei kleinen Wunden und Schnittwunden”

Blutstillung:

  • Traditionell: mechanisch durch Adstringenz und Thrombozyten-Aggregations-Aktivierung (Kollagen-Exposition bei Gewebekontraktion)
  • HINWEIS: bei Antikoagulantien-Therapie Vorsicht (Kumarinverbindungen in einzelnen Chemotypen möglich)
Stärken
  • Mehrfach-Mechanismus: NF-κB + COX-2 + Antispasmodisch
  • EMA/HMPC traditional use (oral + topisch)
  • Günstig und weit verfügbar
  • Traditionsreichste europäische Wundpflanze
Grenzen
  • ABSOLUTE KI Schwangerschaft!
  • Korbblütler-Kreuzallergie möglich
  • Wenige große RCTs
  • Chemotyp-Variabilität ohne Standardisierung problematisch

Sicherheit: Schwangerschaft und Allergie

ABSOLUTE Kontraindikation Schwangerschaft: Achillin besitzt uterotone Aktivität — α-Methylen-γ-Lacton-Verbindungen aktivieren Kalziumkanäle im Myometrium und sensibilisieren Oxytocin-Rezeptoren. Historisch wurde Schafgarbe als Emmenagogum und Abortivum verwendet → in der Schwangerschaft ABSOLUT kontraindiziert.

Korbblütler-Kreuzallergie: Sesquiterpen-Lacton-Gruppe (Achillin) gehört zur Compositae-Allergengruppe — Kreuzreaktionen mit Arnica, Calendula, Alant, Chrysanthemen, Kamille und anderen Korbblütlern möglich. Patch-Test-Positivrate ~1–4% in allergologischen Kliniken.

Dosisprotokoll

Oral (Dysmenorrhoe, Verdauung):

  • Teeaufguss (Herba Millefolii Ph.Eur.): 2g pro Tasse, 3× täglich, max. 4–6 Wochen
  • Tinktur 1:5 (45% Ethanol): 1,5–3 mL, 3× täglich
  • Trockenextrakt (5:1): 200–400mg, 2–3× täglich

Topisch (Wunden, Entzündungen):

  • 2–8% Frischpflanzenextrakt in Gel oder Creme; 2–3× täglich auf betroffene Stelle

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Fazit

Achillea millefolium ist pharmakologisch überzeugend: Achillin hemmt NF-κB über denselben Cys179-Mechanismus wie Parthenolid, Apigenin wirkt antispasmodisch und Proazulene liefern anti-inflammatory Chamazulen. Hauptindikation traditionell: Dysmenorrhoe und Verdauungsbeschwerden — EMA anerkannt. Absolute Kontraindikation Schwangerschaft unbedingt beachten.

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